Hören und Verstehen

Um den Prozess des Hörens und die Ursachen von Schwerhörigkeit zu erfassen, betrachtet man heute Ohr und Gehirn immer gemeinsam. Denn nur wenn beide leistungsfähig sind und perfekt zusammenarbeiten, können wir gut hören und verstehen.

Unser Hören ist ein Zusammenspiel zwischen Ohr und Gehirn. Das Ohr nimmt den Schall auf, wandelt ihn in akustische Reize um und leitet diese weiter an das Hörzentrum im Gehirn. Dort wiederum werden die akustischen Reize in Informationen umgesetzt, die wir verstehen können. Ohne die Arbeit des Hörzentrums wäre es z. B. nicht möglich, ein Meeresrauschen als solches zu erkennen oder Sprache zu verstehen.

Zentrales und peripheres Hören

Die beiden Fachbegriffe für das Zusammenspiel von Ohr und Gehirn lauten zentrales und peripheres Hören.

Unter peripherem Hören versteht man den Teil des Hörprozesses, der mit dem Ohr zusammenhängt – also alles, was von außen kommt.

Als zentrales Hören bezeichnet man den Teil des Hörprozesses, der mit dem Hörzentrum im Gehirn in Verbindung steht – also die Verarbeitung der akustischen Reize, so dass wir sie verstehen können.

Ist einer der beiden Bereiche geschädigt, wirkt sich dies immer auf unser gesamtes Hören aus. Besonders kritisch ist eine Schädigung beider Bereiche.

Das Ohr – ein Wunderwerk der Natur

Das menschliche Ohr ist ein äußerst komplexes System – dabei ist die Ohrmuschel nur der äußerlich sichtbare Teil. Das Außenohr, bestehend aus Ohrmuschel und Gehörgang, empfängt Geräusche in Form von Schallwellen, fängt sie auf und leitet Sie gebündelt an das Mittelohr weiter. Dort treffen sie auf das Trommelfell, das mit seinen Schwingungen die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss und Steigbügel in Bewegung setzt.

Vom Mittelohr wird der Schall in die Hörschnecke (Cochlea) im Innenohr geleitet. Dort wandeln die in Flüssigkeit gelagerten Haarsinneszellen die mechanischen Schallwellen in elektrische Reize um und senden diese weiter in die jeweiligen Bereiche des Gehirns.

Die Bedeutung des Gehirns für gutes Hören

Das Hörzentrum unseres Gehirns ist von elementarer Bedeutung für unsere Fähigkeit zu hören. Besonders wichtig hierbei sind die Basisfunktion des Hörens, die man auch als Low Level Funktionen bezeichnet. Sie ermöglichen uns, das Gehörte zu verstehen.

Die spezielle Bedeutung der Low Level Funktionen wird deutlich, wenn man sich mit der menschlichen Sprache auseinandersetzt. Unsere Sprache beruht – vereinfacht gesagt – auf unterschiedlich langen und hohen Tönen. Die Basisfunktionen des Hörens ermöglichen uns, genau diese Tonhöhen und -längen unterscheiden zu können.

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